Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden

nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit,

die an uns offenbart werden soll.


(Römer 8,18)

 

 

Wenn Sie in Not geraten und über die 112
den Rettungsdienst rufen, müssen die Helfer
je nach Region im Regelfall spätestens
nach 17 Minuten bei Ihnen sein. So lauten
die rechtlichen Vorgaben für die sogenannte
Hilfefrist. Und wenn Ihnen am Telefon
gesagt wurde: „Bewahren Sie Ruhe, Hilfe
ist unterwegs!“, dann war das kein leeres
Versprechen.


Von einer Not, der daraus resultierenden
Leidenszeit und der in Aussicht gestellten
Hilfe schreibt auch der Apostel Paulus im

Spruch für den Monat Februar: „Ich bin
überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins
Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit,
die an uns offenbart werden soll.“
„Was, nur eine Überzeugung, mehr hat
Paulus leidgeplagten und leidgeprüften
Menschen nicht zu sagen?“, könnte schnell
der kritische Einwand kommen.


Doch dürfen wir dabei zwei Dinge nicht vergessen.
Das Erste ist, dass Paulus selbst
einerseits unter einer nicht näher beschriebenen
Krankheit gelitten hat und andererseits
auch ganz viel wegen seines Glaubens
einstecken musste. Und das Zweite
ist, dass der Glaube ganz oft eben nicht die
letzte unumstürzliche Gewissheit ist, sondern
dass der Glaube von der Hoffnung lebt
und vom Vertrauen auf den, der am Ende
das letzte Wort haben wird, nämlich der allmächtige
und barmherzige Gott.


Im Zittern und Zagen, im Hoffen und im
beharrlichen Gebet zu Gott muss sich der

Glaube bewähren, um uns so bis zu diesem
entscheidenden Moment durchzutragen,
den wir spätestens mit dem Anbruch
der Ewigkeit erleben. Paulus nennt es das
„Offenbarwerden der Herrlichkeit“.

 

Und diese Hoffnung auf das verändernde
Eingreifen Gottes hat Paulus hier dazu
noch in eine geistliche Ungleichung gefasst.
Sie lautet: Das Leid, dass wir hier auf
Erden aushalten müssen, ist um ein Vielfaches
kleiner als die Herrlichkeit, die wir
erleben werden. Das ist die große Hoffnung
des Glaubens und sie besteht einmal mehr
darin, dass Gottes Mathematik immer zu
unseren Gunsten rechnet! Und so lassen
sie auch uns hoffnungsvoll bleiben, denn
unsere Hoffnung wird nicht umsonst sein.

 

Lasst uns den Glauben bewahren, denn er
schenkt uns Ruhe in der Zeit und eine Perspektive
für die Ewigkeit.


Mit herzlichen Grüßen und den besten
Wünschen, für die Kirchgemeinde Arnsfeld,

Ihr Pfarrer Kenny Mehnert

Das muss Liebe sein…

 

Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt... Jer 31,3a

 

Ein Ehepaar feiert Goldene Hochzeit. Beim Frühstück zu zweit denkt die Frau: „Seit fünfzig Jahren nehme ich auf meinen Mann Rücksicht und gebe ihm das knusprige Oberteil des Brötchens. Heute will ich es mir einmal selbst gönnen.“ Sie schmiert sich das Oberteil des Brötchens und gibt die andere Hälfte ihrem Mann.

 

„Mein Liebling“, ruft dieser hocherfreut, „was für ein wunderbarer Tagesbeginn! Fünfzig Jahre lang habe ich das Brötchen-Unterteil nicht gegessen, obwohl ich es am allerliebsten mag. Ich dachte immer: es schmeckt auch dir so gut, und darum sollst du es haben.“

 

Das muss Liebe sein! Sicher, das hätte man auch eher klären können... – Aber so schön ist es auch, Liebe zu geben und zu bekommen.

 

Liebe, darunter verstehen viele Menschen ein Gefühl. Doch von der Bibel her ist Liebe in ihrer höchsten Form eine Entscheidung, zu dienen, zu schenken, sich letztlich selbst ganz hinzugeben. So eine Liebe kann so manche Paarbeziehung befreien von der Last, etwas fühlen zu müssen. Doch zugegeben: So eine Liebe findet man selten unter uns Menschen, bei dem Ehepaar in der Geschichte flammt sie auf, aber in Reinform findet man sie wohl nirgends.

Eine solche Liebe findet man nur bei Gott. Das Kreuz Jesu ist der Beweis. Auch wenn das nicht sofort zu verstehen ist, weil es grausam ist, wenn jemand unter jämmerlichen Schmerzen erstickt. Doch die Bibel sagt: das Kreuz ist im Tiefsten ein Ort der Liebe Gottes. Dort hat sich Gott selbst hingegeben aus Liebe.

 

Das größte daran ist aber: Diese Liebe gilt uns. Am Kreuz wurde sichtbar, wie Gott uns Menschen gegenüber eingestellt ist: „Ich habe dich schon immer geliebt. Du bist die Liebe, für die ich mein Leben eingesetzt habe.“

 

Wenn Gott uns so sehr liebt, so umfassend und bedingungslos, gibt es da ein besseres Fundament für unser Leben als seine Liebe?

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