Du hast die Wahl

Die Bundestagswahl liegt nun hinter uns. Wie die Wahl zu bewerten ist - darüber werden auch in der Gemeinde die Meinungen sehr verschieden sein. Das ist gut so. Was uns verbindet ist die gemeinsame Verantwortung, unsere Stadt, unser Land und unsere Politiker im Gebet vor Gott zu bringen. (Jer 29,7)


Wenn wir in die Bibel schauen, so stoßen wir auf die merkwürdigsten Herrscher. Kaum einer von uns würde vermutlich gerne die Zeit zurückdrehen und auf die Freiheiten, Rechte und Sicherheiten verzichten, die wir in unserem Staatssystem gegenwärtig erleben. Und auch gegenwärtig fallen mir nicht viele Länder ein, in denen ich auch leben wollte. Das Gebet für die Politiker und für unsere Gesellschaft sollte daher durchaus mit dem Dank beginnen.

(1 Thess. 5,18) Und es wird mit Respekt und Achtung für die Herrschenden fortgeführt. Denn in dieser Haltung begegnen Petrus und Paulus selbst den absolut herrschenden, gewalttätige und oftmals korrupte Machtmenschen ihrer Zeit.

(1 Petr. 2,17) Sie wissen: Letztlich sind auch diese von Gott eingesetzt. (Rö 13,1) Und er hält die Zügel der Geschichte in seiner Hand "Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche, und er neigt es wohin er will." (Spr. 21,1)
 

Sicherlich wurden diese Sätze in der Geschichte schon oft missbraucht, um Macht zu erhalten und Unrecht zu verdecken. Deshalb gehört zu dieser Haltung des Respekts unbedingt die Klarstellung: Letztlich bin ich vor Gott verantwortlich. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29) In dieser Verantwortung haben sich die Propheten dann auch konkret eingemischt und bei persönlichen und gesellschaftlichen Fragen mitgesprochen. Johannes der Täufer ist da sicherlich eines der eindrücklichsten Beispiele. (Lk 3,19; Mk 6,20) Dabei war der Kern seines Auftrages jedoch immer klar: Die Botschaft von Jesus Christus. (Apg 24,24f)


Unser Land braucht Menschen, die die rechten Worte finden – in der Stille des Gebetes (1 Tim 2,1-4) und in den oft hitzigen Debatten des (politischen) Alltags. (Apg 25,9) Wer weiß, dass in allem Jesus Christus der Herr ist, kann in innerer Freiheit überlegen, was er bei konkreten Fragen für besser hält. Er fühlt sich nicht in der Falle, wenn seine Position nicht gewinnt. Denn Christus bleibt der Herr.


Welche Statements gibst du in Diskussionen von dir? Welche Posts veröffentlichst du? Welche Nachrichten stehen bei dir im Status? Ist das, was du von dir gibst, von respektvollem Gebet getragen? Ist die mutmachende Botschaft des Evangeliums zu erkennen? Oder könnten deine Äußerungen letztlich auch von einem beliebigen anderen Menschen ohne Bezug zum Herrn der Welt verfasst worden sein?

 


Pfarrer Tobias Frauenlob

 

 

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